Freitag, März 05, 2010

Bergbauern beim Bundesheer

Hallo,
hier mal was zum ablachen. Hat mir mein Bruder Markus geschickt und muss unbedingt veröffentlicht werden :-) Viel Spaß...



Bergbauern beim Bundesheer:


Brief:


Liebe Mutter! Lieber Vater!


Mir geht's gut hier! Ich hoffe, euch beiden, der Annemarie, dem Andreas,

dem Karl, dem Willi, der Karin, dem Peter und dem Hans auch.


Sagt dem Karl und dem Willi bitte unbedingt, dass es beim Bundesheer

echt toll ist ... Sie sollen sich schnell verpflichten, bevor hier alle

Plätze voll sind!


Zuerst war ich sehr unruhig, weil man fast bis 6 Uhr im Bett bleiben

muss, aber jetzt gefällt mir das lange Ausschlafen schon.


Sagt Karl und Willi, dass man nur sein Bett richten und ein paar

Kleinigkeiten vor dem Frühstück erledigen muss. Keine Stallarbeit, keine

Tiere füttern, kein Holz hacken, kein Einheizen - praktisch gar nichts.


Man wäscht sich, Männer rasieren sich, ist aber alles nicht so schlimm,

weil es warmes Wasser gibt.


Das Frühstück ist halt ein bisserl komisch. Es gibt jede Menge Säfte,

Weckerl, Marmelade, Eier, aber keine Erdäpfel, Fleisch und halt alles

andere, was wir normalerweise zum Frühstück essen. Aber ihr könnt dem

Karl und dem Willi ausrichten,


dass man das Frühstück von irgendwelchen Städtern, die nur Kaffee

trinken, mitessen kann und so hat man dann auch bis Mittag genug.


Da gibt's dann ja wieder was zu essen.


Es wundert mich nicht, dass die Burschen aus der Stadt nicht weit

marschieren können.


Wir gehen viel Überland und der Hauptfeldwebel sagt, dass das lange

Marschieren gut ist für die Abhärtung.


Na ja, wenn er das glaubt .... als Rekrut kann ich ja nichts dagegen

sagen.


Aber ein "Überlandmarsch" ist ungefähr soweit wie bei uns zu Hause bis

zum Postamt.

Und wenn wir am Ziel sind, dann haben die Städter wunde Füße und fahren

mit dem Lkw zurück.


Die Landschaft ist schön, aber leider sehr flach.

Der Feldwebel ist sowas wie unser Lehrer, er nörgelt immer.

Der Hauptmann ist sowas wie der Bürgermeister.

Majore und Oberst fahren ständig in Autos herum und schauen komisch,

aber sie lassen einen wenigstens in Ruhe.


Das wird Karl und Willi so richtig zum Lachen bringen:

Ich kriege Auszeichnungen fürs Schießen und ich weiß gar nicht warum!

Das schwarze in der Mitte ist viel größer als ein Rattenkopf und es

bewegt sich nicht einmal.


Und es schießt auch nicht zurück so wie die Huberbauer-Brüder mit dem

Luftdruckgewehr.


Alles, was man machen muss, ist, sich gemütlich und bequem hinlegen, in

Ruhe zielen und treffen.


Man muss nicht einmal seine eigenen Patronen machen.

Die haben da schon fertige in Kisten!




Dann gibt's noch die Nahkampfausbildung.


Da kann man mit den Städtern raufen und ringen. Aber man muss aufpassen,

die sind so schnell hin.


Aber es viel leichter als unseren Stier zu bändigen, wenn er sich wieder

einmal losgerissen hat.


Ich bin am besten beim Nahkampf, außer dem Voller Sepp. Der hat am

gleichen Tag angefangen wie ich.


Gegen den hab ich nur ein einziges Mal gewonnen.


Ich glaube das liegt daran, dass ich nur 1,70m groß und 70kg schwer bin

und der Voller Sepp hat bei 2m ja 120 kg.


Vergesst bitte nicht dem Karl und dem Willi Bescheid zu geben, dass sie

sich anmelden, bevor alle anderen mitkriegen, wie das hier abläuft, dann
ist hier die Bude voll und sie kriegen keinen Platz mehr.


Alles Liebe an euch!

Viele liebe Grüße


Eure Tochter Maria